Der Begriff "Kinesiologie" leitet sich von dem griechischen Wort 'kinesis' (= die Bewegung) und der -'logie' (= die Lehre von...) und bedeutet somit "die Lehre von der Bewegung". Sie kennen alle das 'Kino' (sich fließend bewegende Bilder). Es kommt vom gleichen Wortstamm und bezeichnet das, worum es der Kinesiologie geht: alles wieder in den Fluß zu bringen.
Die Kinesiologie ist eine junge Wissenschaft mit vielen alten Inhalten: sie stellt eine Synthese der jahrtausende alten Erkenntnisse und Erfahrungen der Lehre der traditionellen chinesischen Medizin und den neuesten Erkenntnissen westlicher Lehren dar. Sie ist eine ganzheitliche Methode, d.h. sie betrachtet den Menschen als ganzheitliches System von Körper, Geist und Seele und des interaktiven Zusammenhangs dieser Ebenen. Sie arbeitet im Gegensatz zur Schulmedizin nicht auf der Symptom- bzw. Krankheitsebene.
Die Begleitende Kinesiologie arbeitet mit dem Energiesystem des Menschen und geht von der Annahme aus, dass der freie Fluss der Energie für die Lebendigkeit, für Wachstum, Entwicklung und Entfaltung, letztlich für das Wohlbefinden des Menschen zuständig ist. Der freie Fluss der Energie zeigt sich im freien Fluss der Beweglichkeit auf allen Ebenen: körperlich, geistig und emotional. Deshalb arbeitet die Kinesiologie mit der Bewegungsreaktion der Muskeln als Körperbiofeedback.
In vielen kinesiologischen Richtungen wird dieses Verfahren vereinfacht als Muskeltest bezeichnet. Dieser Begriff hat sich auch im allgemeinen Sprachgebrauch eingebürgert, obwohl er irreführend ist. Über die Reaktion der Muskeln wird lediglich ein Bild des Energiesystems übertragen.Was passiert mit meiner Energie, wenn....ich z.B. einen Gedanken denke, der mir Stress bereitet. Auch ohne Muskeltest wird für jeden spürbar, was sich in meiner Haltung und in meinem Gefühl verändert (sog. Noticing). Deshalb setzten wir uns lieber hin, wenn wir eine schlechte Nachricht bekommen, weil es uns den Boden unter den Füßen wegzieht oder uns zitterig macht. Die Muskelreaktion zeigt eine Stressreaktion des Systems an und ist eine Momentaufnahme. Sie zeigt Energieblockaden auf und Wege, diese durch sanfte Ausgleichstechniken aufzulösen. Die Arbeit mit der Muskelreaktion ist einfach und bei ethischem Gebrauch sehr präzise und hilfreich.
Es ist aber nicht damit getan, einfach nur den Arm auszustrecken und darauf zu drücken und daran ein Ergebnis ablesen zu wollen. Vor allem kann die Muskelreaktion keine Entscheidungen für uns treffen! Wenn sie so benutzt wird, wäre sie nichts anderes als ein neuer "Guru", also eine fremdbestimmte Reaktion, die uns sagt, wo es lang geht! Sie ist einzig und allein eine Stressanzeige, nicht mehr und nicht weniger! Und eine Stressanzeige kann durchaus ein Hinweis auf einen Wachstumsbereich bedeuten, dass es etwas zu lernen gilt, und nicht nur negativen Stress anzeigen. Wie beschrieben, Sie bekommen natürlich immer ein Ergebnis, eine Reaktion:entweder einen eingeschalteten oder abgeschalteten Muskel. Es kommt nur darauf an, wie man diese Reaktion interpretiert.
Wenn es so bequem wäre, würde ich sofort die Lottozahlen über die Muskelreaktion testen und wäre schon längst Millionärin. Für die professionelle Anwendung der Muskelkommunikation bedarf es einer guten Ausbildung und die Einhaltung der ethischen Grundsätze, um wirklich eine qualifizierte Aussage zu erhalten. Dazu gehört auch die Anerkennung der Möglichkeiten und Grenzen dieses Verfahrens.
Die zahlreichen kinesiologischen Richtungen, die sich in den letzten 30 Jahren entwickelt haben, arbeiten schwerpunktmäßig auf unterschiedlichen Ebenen des Energiesystems. Jedoch geht es bei allen Richtungen um dasselbe Prinzip: die Aufdeckung und Auflösung von Energieblockaden, um den freien Fluss der Energie wieder herzustellen.
"Begleitung" bedeutet, dass die Klienten tatsächlich auf ihrem Weg 'begleitet' werden, durch einfühlsames Nachfragen in ihrem Erkenntnis- und Bewusstwerdungsprozess unterstützt. Mit den sanften Techniken der Kinesiologie werden die Steine aus dem Weg gerollt, die sie an dem Erreichen ihrer Ziele gehindert haben. Sie werden nicht behandelt, keiner macht einfach nur etwas weg, beseitigt irgendwelche Symptome; im Gegenteil, die Situation, wie sie sich für den Klienten darstellt, dient als Ausgangspunkt, um mit den unterstützenden Fragen herauszufinden, welche Veränderung sie sich vorstellen, damit sie weiterkommen und nicht mehr auf der Stelle treten oder scheinbar endlose Wiederholungsschleifen fliegen müssen. Durch die Fragen erkennen die Klienten, wie sich ihre Situation darstellt, welche Erfahrung sie gerade machen, d.h. was sie gerade lernen (Erkenntnis der Herausforderung der Situation) bzw. wozu das, was ist, 'gut' ist, d.h. was es tatsächlich in Bewegung bringt - es ist ihnen nur nicht bewusst. Aus dieser Erkenntnis leitet sich dann ihr Ziel ab: welche Fähigkeit wird hier herausgefordert, will entwickelt werden?
Die Klienten formulieren ihr Ziel mit eigenen Worten, sodass für sie wirklich klar ist, welche Veränderung sie anstreben. Während des gesamten Balance-Prozesses führen die Klienten die Situation, d.h. jeder Schritt muss für sie nachvollziehbar und selbstbestimmt und gewollt sein: denn schließlich müssen sie für ihr Ziel alleine gehen! Mit Unterstützung der Begleiterin finden sie über die Muskelreaktion heraus, welche Steine im Weg liegen, welcher Stress sie am aktiven Handeln hindert. Mittels sanfter, kinesiologischer Ausgleichstechniken wird der Stress abgebaut uns somit Energie wieder freigesetzt, die auf das neue Ziel ausgerichtet wird. Der Prozess ist dann abgeschlossen, wenn das System auf allen Ebenen ausgeglichen ist und alle Muskeln auf das Ziel eingeschaltet sind und damit signalisieren: ja, wir gehen mit.

